.Esse.und.Glasperlen.

Am Wochenede wurden Esse und Blasebalg repariert und wir haben einen ersten Glasperlenversuch gewagt. Die normale Holzkohle war allerdings nicht heiß genug, um das Glas komplett zum Schmelzen zu bringen. Wie man auf dem Foto sieht, war es zwar möglich das Glas zu wickeln, aber es war nicht flüssig genug, um zu einer richtigen Perle zu verschmelzen.
Eigentlich wollen wir noch einen Versuch mit anderer Kohle machen, es kam uns aber leider ein Sturm dazwischen.
Im Herbst ist allerdings schon ein ganzes Wochenende zum Glasperlen machen und Nähen angesetzt. :-)

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We repaired and set up the forge last Saturday and got it going to try a first attempt at melting glass to make beads. Unfortunately, the ‘normal’ charcoal doesn’t produce the right temperatures. The glass melts but but not enough to be completely runny and make a bead. You can cleary see how the material didn’t “fuse”. We intended to try a different sort of charcoal that allows for higher temperatures but a heavy storm cut our efforts short.
There will be an extended bead making and sewing session in autumn, tho!

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Vom Eisenerz zum Eisen / From Iron Ore to Iron

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Zunächst wird der Rennofen mit Holzkohle gefüllt und auf ca. 1000 – 1200°C vorgeheizt. Danach werden schichtweise Eisenerz und Holzkohle eingefüllt.
Über Blasebälge wird die Temperatur kontrolliert. Dabei sollte es im Ofen nicht über 1200°C heiß werden, da sonst das Eisen im Erz verflüssigt wird. Dies ist für den Vorgang im Rennofen nicht gewünscht.
In einem viele Stunden dauernden Prozeß werden die Schlackeanteile im Eisenerz verflüssigt. Die schwereren Eisenpartikel sinken nach unten und verklumpen dort zur sogenannten Luppe. Nach Beendigung dieses Vorganges wird der Rennofen angestochen. Erste Schlacke fließt aus.
Dann wird der Ofen am Fuß geöffnet und die glühende Luppe entnommen. Diese wird dann in kompaktere Form geschmiedet. Dadurch werden erste grobe Lufteinschlüsse ausgetrieben. Die Luppe kann in diesem Zustand zusätzlich eingekerbt werden, um Sollbruchstellen für die spätere Weiterverarbeitung zu erzeugen.(Entsprechende Fingerluppen existieren auch als historische Funde.)

Im weiteren wird die Luppe länglich ausgeschmiedet (gereckt) und mit sich selbst verfaltet. Dieser Vorgang wird mehrfach durchgeführt, um Schlackereste, Lufteinschlüsse zu entfernen bis das Eisen in einen länglichen Barren geschmiedet wird.

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Im oben dargestellten Prozeß wurden ca. 26 Kilo Holzkohle und 15 Kilo gutes Eisenerz verwendet. Das Endprodukt ist eine Luppe von ca. 6,2 Kilo, an der Obergrenze des Möglichen Outputs angesiedelt.
Ein Schmied kann daraus etwa 1 Kilo verwertbares Eisen erzeugen. (Raffinieren)
Die geschätzte Arbeitszeit für Erzsammlung, Ofenbau und den Eisenherstellungsprozeß beträgt (laut Angaben der 3 Vorführer) etwa 80 Stunden. Dabei ist zusätzlich zu bedenken, daß im historischen Prozeß zunächst auch noch Holzkohle zu erzeugen wäre.

(Informationen zum Herstellungprozeß: “Nacht der Museen” im Archäoloisches Museum Harburg)

These guys are making iron from iron ore in a so-called bloomery.
For more info click below.
Carcoal is filled into the oven (bloomery) and heated up to approx. 1000-1200 °C. Then consecutive layers of iron ore and charcoal are stacked in the bloomery. The fire has to be kept going at no more than 1200°C, otherwise the iron would become runny which is actually not desired in this process.
The teperature is controlled by bellows used to blow air into the furnace. During this hour-long process, the slag becomes runny and the heavier iron particles fall to the bottom of the bloomer and stick together in a growing lump of iron.
Finally, the bloomery is opened at the bottom and the iron (bloom) is extracted.
To make the bloom more handable and to drive out the worst air bubbles inside it is immediately forged into a rough lumpy shape.
Sometimes the bloom is nicked one or two times with an axe to produce breaking points to make it easier to proces it later-on when it is fored into ingots.
Blooms like the one above, nicked, have been found in Norway for example.
For the process shown above 26 kilos of charcoal and 15 kilos of (good) mineral iron ore were used. The result was a bloom of about 6.2 kilos which is close to the actual maximum output possible. From a bloom this size a good blacksmith will forge (refine the bloom) into a useable iron ingot of about 1 kilo. For this process the bloom is split, then forged into elongated pieces and folded over in itself. This done approx. 8 times at least.

The estimated amount of work, building the oven, collecting the ore plus the actual iron making process takes the three men about 80 hours of work. (This is what the guys who did the presentation calculated). This does not include the fact that the charcoal used has to be produced first, too.

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.Thorshammerfund.mit.Runen.

Auf Lolland in Dänemark hat ein Hobbyarchäologe einen einmaligen Fund gemacht. Torben Christjansen fand mit seinem Metalldetektor einen in Bronze gegossenen Thorshammer aus dem 10. JH. Das Schmuckstück weist Rückstände einer Vergoldung auf. Viel wichtiger aber, es ist der einzige Thorshammerfund, der eine Runeninschrift besitzt. Auf der Rückseite ist der Thorshammer mit einer Flechtornamentik geschmückt.
Unter dem Mikroskop zeigte sich, daß die Runeninschrift übersetzt soviel heißt wie: “Dies ist ein Hammer.” ;)

Hier geht’s zum LINK auf Dänisch.

In Denmark (Lolland) hobby archaeologist Torben Christiansen found a 10th century bronze Thor’s Hammer. The piece of jewellry was once gilded and has a unique runic inscription, it says: This is a hammer.

LINK (Danish)

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.Wolle.Färben.mit.Krapp.Birke.Zwiebel.

Vor ein paar Wochen gab es bei Freunden von mir mal wieder eine größere Färbeaktion auf der Küchenhexe. Auch in diesem Jahr war es wieder ein voller Erfolg. Beim nächsten mal wollen wir uns dann vielleicht endlich mal an Indigo versuchen.

Am Abend vor der Färbeaktion haben wir zunächst Krapp und Zwiebelschalen in Wasser angesetzt und über Nacht stehen lassen. Gefärbt werden sollten 300g  Wolle je Farbe. Wir haben 300g Krapp verwendet und soviele Zwiebelschalen wir da waren. Ich weiß leider das Gewicht nicht.

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So wirklich lecker sah es nicht aus.

Dann wurde die Küchenhexe angefeuert und in 2 Töpfen zunächst die Wolle gebeizt. Ich habe ca. 10-15g Alaun pro 300g Wolle benutzt.

bild03Es köchelt leise vor sich hin.

bild04Nach dem Beizbad habe ich die Wolle abgeschüttet und nicht ausgespült. Der angesetzte Farbsud Krapp/Zwiebel wurde dann jeweils abgeseiht. Ich fülle inzwischen das Färbegut immer in kleine Färbebeutel. Weil der Sud nicht wirklich lange angesetzt war, haben wir zunächst die Färbebeutel im Sud nochmal hoch erhitzt und dann erst die Wolle hineingegeben.

bild05Zwiebelsud (oben) ; Krapp abseihen (unten)

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Den Zwiebelsud mit 300g Wolle haben wir ca. eine Stunde lang hoch erhitzt und leicht köcheln lassen. Das Krapp mit Wolle war etwas länger auf der Küchenhexe, ich habe mit dem Küchenthermometer kontrolliert, daß es nicht über 80 Grad kommt.

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Nach dem Erhitzen wurde die Wolle dann abgeschüttet und unte klarem Wasser vorsichtig ausgespült.

bild11Das Rot sieht leider auf dem Bild etwas toller aus als in echt. ^^

Danach haben wir dann noch eine Schüssel frische Birkenblätter gesammelt. Da wir keine Zeit hatten, das Ganze über Nacht anzusetzen, haben wir die Blätter einfach direkt ausgekocht. Das hat auch super funktioniert.

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Dann einfach abseihen und die Blätter in ein Beutelchen füllen und wie bei Krapp und Zwiebel mitkochen lassen. Auch die Birke wurde  über eine Stunde erhitzt und leicht köcheln gelassen.

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Dadurch ergab sich dann zunächst eine hellgelbe Färbung wie oben zu sehen. Wir haben uns dann entschlossen, mit Eisenvitriol weiterzuentwickeln. Ein kleines Teelöffelchen auf den Topf mit 300g Wolle hat völlig ausgereicht, um das Gelb in ein schönes Grün zu verwandeln.

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Und hier sind unsere Ergebnisse:

bild13Gelb mit Zwiebelschale

bild14Krapprot

bild15Wolle beim Trocknen

bild16Trockene Endprodukte.
jkjkjk

PS:
Natürlich haben wir die Hitze der Küchenhexe auch direkt kulinarisch genutzt und in der neuen Quiche Form vom Klostermarkt direkt mal ein Küchlein gezaubert… ;)

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.Links.Februar.

Meine Links zum Thema Wikinger aus dem Februar.

Science Nordic
05.02.14
“Mysterious code in Viking runes is cracked”
Runologe Jonas Nordby hat einen der Runencodes der Wikinger geknackt. Es handelt sich um den sog. Jötunvillur Code, der Wissenschaftler schon einige Jahre beschäftigt hat.

Science Nordic
02.01.13
“Don’t underestimate Viking Women”
Kurzer Artikel zum Problematik früher archäologischer Deutungen der Rolle der Frauen in den skandin. Gesellschaften der Wikingerzeit.

 

Links: Feburary

Meine Links zum Thema Wikinger aus dem Februar.

Science Nordic
05.02.14
“Mysterious code in Viking runes is cracked”
Jonas Nordby, expert for runes, cracked one of the most notorious Viking age codes, the Jötunvellur code.

Science Nordic
02.01.13
“Don’t underestimate Viking Women”
Short article on problematic descriptions in older research on the role of women in Viking Age society.

 

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.Völkerkundemuseum.Hamburg.Koptische.Textilien.

Vor ein paar Tagen war ich im Völkerkundemuseum Hamburg und daher geht es in diesem Beitrag auch mal nicht um Wikinger. Sattdessen möchte ich euch einige interessante Bilder zum Thema Textilien zeigen. In der ägyptischen Sammlung des Museums befinden sich einige gut erhaltene Textilframente.
Es handelt sich um koptische Textilien aus dem 4.-7. Jahrhundert. Die Verstorbenen wurden in alltäglicher Kleidung und eingehüllt in Decken bestattet.
Die Tuniken und Decken bestehen aus naturfarbenem Leinen und sind mit farbigen Streifen aus Wolle gewebt verziert.
Gefärbt sind die Verzierungen mit “ägypitischem Purpur,” einer Doppelfärbung aus Krapprot und Indigo.

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IMG_00000056Reste eines Haarnetzes / Fragments of a hairnet

A few days ago I was at the Völkerkundemuseum Hamburg (Museum for Etnography and Anthropology). For a change, this is not a Viking Age post but rather a showcase for some interesting textile finds that can be seen in the Egyptian exhibition.
The museum shows coptic textiles from the 4th – 7th centuries. The deceased have been buried in everyday garments and were wrapped in blankets.
The linen tunics and blankets are ornamented with colored strips made of wool.
The ornaments were dyed with “egyptian purple”, a double dye made with madder and indigo.

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.Historisches.Museum.Oslo.Teil.2.

~ Historisches Museum Oslo ~
~2013~
Teil 2 /Part 2

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SAM_0354Brillenhelm aus einem Männergrab
Gjermundbu, Ringerike k., Buskerud, NO
10. Jahrhundert

Man’s grave, Gjermundbu, Ringerike k., Buskerud, NO
10th century

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SAM_0355Frauengrab, Ovalfibeln mit Kette: 3 Glasperlen und Silberspirale
Hundorp, Sør-Fron, Oppland, NO
9. Jahrhundert

Woman’s grave, tortoise brooches with string of beads and silver spiral.
Hundorp, Sør-Fron, Oppland, NO
9th century

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Ovalfibeln und gleicharmige Fibel im Osebergstil
Tortoise brooches, Oseberg style

SAM_03579. Jahrhundert, Norwegen / 9th century Norway
Zur genauen Bestimmung bitte hier klicken. / Click for specific information.

SAM_0358p

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SAM_0360wikingerzeitliche Ovalfibeln und Kleeblattfibel, Norwegen

Viking age tortoise brooches, Norway

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SAM_0361Ovalfibeln im Jellingestil
Morberg, Røyken k., Buskerud, NO
10. Jahrhundert

Tortoise brooches, Jellinge style
Morberg, Røyken k., Buskerud, NO
1oth century

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 Glasperlen / Glass Beads

Zur genauen Bestimmung mittels Nummern bitte hier klicken.
For specfic info on numbered beads click above.

SAM_0363

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SAM_0364Nummer 36-55

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SAM_0365Nummer 18-34

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SAM_0366Nummer 2

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SAM_0367Nummer 1

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SAM_0369Nummer 10

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SAM_0370Nummer 9

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SAM_0371Nummer 8
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SAM_037763 Perlen
Ommestad, Hof, Hedmark, NO
Wikingerzeit

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SAM_0378Tierspange
Kaupang, Larvik, Vestfold, NO
9. Jahrhundert

Animal brooch
Kaupang, Larvik, Vestfold, NO
9th century

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SAM_0379Borrestil

Borry style jewellery

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SAM_0381

Ovalfibeln, 9. Jahrhundert, Ringsaker, Hedmark, NO
Glasperlen, Wikingerzeit, Hovland, Larvik, Vestfold, NO
(Perlen und Fibeln sind nicht im Fundzusammenhang präsentiert!)

Tortoise brooches, 9th century, Ovalfibeln, 9. Jahrhundert, Ringsaker, Hedmark, NO
Glass beads, Viking Age, Hovland, Larvik, Vestfold, NO
(Brooches and beads were NOT found in the same place!)

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SAM_0385

Glasperlen und Anhänger, 10. Jahrundert, Kaupang, Larvik, Vestfold, NO

Glass beads and charms, 10th century, Kaupang, Larvik, Vestfold, NO

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SAM_0396

Nachbau des Osebergwagens

Reconstruction of the Oseberg carriage

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Stabkirchenportale im Historisk Museum

Stave Church Portals

SAM_0389p

SAM_0390Ål kirke, Hallingdal, Buskerud, ca. 1150

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SAM_0392p

SAM_0393p

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