.glasperlen.aus.groß.strömkendorf.teil.2.

Glasperlen

1 Zusammensetzung
Von den vorliegenden 1395 Glasperlen stammt der Großteil aus Siedlungsbefunden. Nur 136 der gefundenen Glasperlen waren Grabbeigaben.
73% aller Perlen (1025) sind vom Typ 1, einfarbig und ohne Dekor. 302 Exemplare des Typs 2 liegen vor, Dekorperlen. Hinzu kommen 38 Typ 3 Perlen, Mosaikperlen. 30 Funde sind auf Grund ihres schlechten oder fragmentarischen Zustandes nicht näher bestimmbar.

2 Typen
Innerhalb der 3 Überkategorien gibt es 150 identifizierte Typen, 69 unverzierte und 81 Typen von mehrfarbigen Glasperlen. Eine nähere Bestimmung findet sich im Anhang der Arbeit.
Der eindeutig am häufigsten auftretende Typ ist (U1): Farbe blau, Form ringförmig, gerundete Fadenlochseiten, Wickeltechnik. Diese Perlen werden als ‘Perlen lokaler Machart’ bestimmt.
Alle weiteren Typen sind in deutlich geringeren Mengen vorhanden.

3 Herstellungstechniken
Die vorherrschende Herstellungstechnik ist die Wickeltechnik (80%), bei der das zähflüssige Rohglas um einen Glasstab gewickelt wird. Die Ausrichtung der im Glas vorkommenden Luftbläschen ist dadurch senkrecht zum Fadenloch erkennbar.
Der gewickelte Perlenrohling ist außerdem oft nur eine vorläufige Form. Die Rohlinge wurden zum Beispiel in einigen Fällen zu Quadern weitergeformt oder in Melonenform gebracht.

Die nächsthäufige Herstellungstechnik ist die Ziehtechnik (14%).
“Der Fertigungsprozeß kann auf zwei unterschiedliche Weisen abgelaufen sein. So konnte zunächst ein Glasplättchen ausgezogen worden sein, das dann um einen Metallstab zu einer Röhre geklappt wurde. Die andere Möglichkeit ist, daß in ein Stück Glasmasse eine Luftblase eingebracht wurde. Nachdem das Glas an zwei Seiten fixiert war, konnte es ausgezogen werden, wobei durch die eingeschlossene Luft automatisch eine Röhrenform entstand.” (Pöche, 58)

Eine weitere Herstellkungsvariante war die Preßtexhnik. Hier wurde die flüssige Glasmasse in eine Form gepreßt. In Groß Strömkendorf liegen hierzu Exemplare in den Farben Rot und Orange vor.

3% des Fundmaterials sind in Mosaiktechnik hergestellt (38 Perlen). Diese werden auch teilweise in der Literatur als Millefioriperlen bezeichnet. Der Begriff bezeichnet aber strenggenommen Blumenmuster und wird daher hier nicht verwendet. (Zum Herstellungsverfahren siehe Pöche, S.59-60)

4 Formen
Die dominierende Form im Fundmaterial ist mit 53% der Perlen die Ringform. 22% der Perlen sind zylindrisch, 10% sind Reihenperlen.
Zwischen Herstellungart und Formgebung besteht häufig, jedoch nicht immer, ein Zusammenhang. Die ringförmigen Perlen wurden mit wenigen Ausnahmen in Wickeltechnik gemacht.

Formen ausschließlich einfarbiger Perlen: melonenförmig, prismatisch, doppelkonisch, halbkugelig

Formen, die häufig bei Dekorperlen auftauchen: zylindrisch

5 Maße und Proportionen
Keine der Perlen hat eine Achslänge über 12mm, häufig liegt diese sogar unter 10mm. “Damit handelt es sich insgesamt im Vergleich zu anderen Epochen um tendenziell kleine Perlen.” (Pöche, 62)
Im Durchschnitt sind Dekorperlen etwas größer als unverzierte Perlen, was aus praktischen Gründen der Fall sein dürfte.

6 Farbe und Transluzidität
Fast 50% aller gefundenen Perlen sind von blauer Farbgebung. Mit Abstand folgen die Farben Blauviolett, Grün, Rot, Schwarz. Weiterhin häufiger vertreten sind Olivgrün und Blaugrün. Seltener findet man die gelbe, weiße, braune und orange Perlen. Die Farbschattierungen sind dabei sehr vielfältig.
Während die häufigste Farbe bei den unverzierten Perlen blau ist, so sind Dekorperlen oft schwarz (46% aller Dekorperlen).

Perlen in den Farben Rot, Orange und Schwarz sind ausschließlich opak vorhanden. (Bestimmte Färbemittel scheinen die Glasmasse entsprechd zu trüben, sodaß keine tansluziden Funde vorliegen können.)
Die blauen Perlen des Fundbestandes sind in der Regel transluzid, sodaß darauf geschlossen werden kann, daß eine Trübung durch Zusätze im Glas offenbar nicht erwünscht war. Aussagekräftige Rückschlüsse auf Moden kann man jedoch nicht ziehen.

Teil 3 folgt!

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