.vikingship.museum.roskilde.

Diesen Sommer war ich zum zweiten mal im Schiffsmuseum in Roskilde zu Besuch, pünktlich zur 50-jährigen Jubilämsausstellung “Herzblut”. Aber nicht nur deshalb hat sich ein weiterer Besuch gelohnt, in den letzten 5 Jahren hat sich doch so einiges im Museum getan. Direkt am Anfang des Rundgangs kann man heute einen guten Einblick über die verschiedenen Bootsfunde bekommen, einen Kurzabriß über die Skuldelev Wracks und eine Übersicht über die neuartigen Konservierungstechniken der Unterwasserarchäologie.

Übersicht über die verschieden Wikingerschiffwracks unterschiedlicher Fundorte.

Am beeindruckendsten finde ich allerdings immer noch das große Langschiff, die Sea Stallion. Diese war zum Zeitpunkt des Besuchs noch auf Jubiläumsfahrt und nicht in Roskilde vor Anker. Es gab aber eine ganze Reihe neuer und alter Infotafeln zu sehen. Zum Glück hatten wir das Schiff ja bereits in Haithabu bestaunen können.

Übersichtsdaten Sea Stallion (Original)

Übersichtsdaten Sea Stallion (Rekonstruktion)

Neu waren für mich vor allem die Infos zum Thema: Wie rudert man eigentlich ein Langschiff von dieser Größe und wie schnell wird man damit. Interessant fand ich, daß bereits leichter Seegang ausreicht um das Rudern gegen den Wind praktisch unmöglich zu machen.

Infotafel: How to Row the  Sea Stallion
Auch das Thema Rigging ist eines, daß erst in vielen Tests zu brauchbaren Daten geführt hat, da bei den archäologischen Funden die Bespannung des Segels häufig schlecht bis gar nicht erhalten ist. Eine Übersicht zur Sea Stallion gab es natürlich auch:
Ein paar Fun Facts zur Wetterfahne des Langschiffes ;)

Da die Sea Stallion wie gesagt nicht vor Ort war, lag an deren Stelle die Ottar im Hafen. Und so hatten wir die Gelegenheit, dann diese auch noch ausgiebig von Bord aus zu begutachten. Im Gegensatz zum Langboot ist die Ottar eine Knorr und damit ein Warentransport- und kein Kriegsschiff. Sie liegt tiefer im Wasser und ist wesentlich breiter.

Versiegelt werden die Planken mit Birkenpech, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

Neu sind auch eine ganze Reihe kleinerer, z.T. privat nachgebauter, Boote, die von Form und Bauweise her von den Färöer Inseln stammen.

Eines der Skuldelev Wracks wird gerade zum zweiten mal nachgebaut mit leichten Veränderungen. Es handelt sich um Nummer 6.

Einer der größten Werkzeugfunde wurde in einer solch schicken Kiste gemacht. Der Fund stammt von Gotland, Schweden.

Es gab zudem auch wieder verschiedene Handwerke anzusehen. Hier ist gerade eine Holzschnitzerin am Werk.

Die Farben kommen übrigens so zustande.

Dann war auch noch eine Segelmacherin am Werk. Das Segel für Skuldelev 6 wird versuchsweise sowohl handgewebt als auch handgenäht. Dabei soll festgestellt werden wie lange wieviele Handwerker für ein einzelnes Segel arbeiten mußten.

Verschiedene Bindungsarten:

Rudern kann man in Roskilde übrigens auch im Selbstversuch. Ich gucke aber lieber anderen dabei zu.

Ausstellung “Herzblut”. Infos zum Thema Konservierung von Holz.

Impressionen:

Und wer jetzt sein eignes Langboot bauen möchte, hier ist die passende Einkaufsliste:

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