.BBC.Vikings.with.Neil.Oliver.

2012 hat die BBC eine 3-teilige Dokumentation zum Thema Wikinger produziert, die ich mir nun endlich mal angesehen habe. Jede Folge dauert knapp 1 Stunde und wird vom schottischen Archäologen Neil Oliver präsentiert, der auch Autor der Serie ist.
Die Doku startet in Teil eins mit der Frage, wer die Wikinger eigentlich waren, wer ihre Vorfahren waren und woher sie kamen.
In Teil 2 geht es dann um Wikinger als Händler und Seefahrer in Osteuropa und dem Nahen Osten sowie um die Anfänge der Raubzüge in Westeuropa.
Die Serie schließt in Teil drei mit der Entdeckung und Besiedelung Islands und Grönlands sowie der Eroberung Englands und der Christianisierung Skandinaviens.

Insgesamt hat mir die Doku sehr gut gefallen. Oliver reist an Originalschauplätze Skandinaviens, West-und Osteuropas und zeichnet, soweit dies in 3 Stunden überhaupt möglich ist, ein umfassendes, vielschichtiges Bild der Wikingerzeit, das die Wikinger als Händler, Krieger, Seefahrer, Eroberer und Entdecker zeigt.
Besonders gut gefallen hat mir in Teil eins die ausführliche Behandlung der Frage nach dem “Ursprung” der Wikinger. Es wird sehr schön deutlich wie Skandinavien auch durch den Stopp der römischen Expansion durch die Germanen einen spezifischen kulturellen Unterschied zum westlichen Europa ausbilden konnte und welchen Einfluß die “verzögerte” Christianisierung spielen könnte.
Mein Favorit ist allerdings eine Szene aus Teil 2 (32:21), in der Oliver und die irische Archäologin Lindsay Simpson ein Skelett der ersten Wikingersiedler Dublins ansehen. Simpson zeigt unter anderem, wie sich am Skelett des Toten durch entsprechende Knochenabnutzung ausmachen läßt, daß dieser vermutlich zu Lebzeiten entweder Schwertkämpfer war oder – vllt. noch wahrscheinlicher – extrem viel rudern mußte.
Wer außerdem als Bonus gern schottischen Akzent hört, sollte sich die Sendung unbedingt im englischen Original ansehen. (Entsprechende Links am Ende des Eintrages.)

Ab und zu bleibt die Serie vielleicht etwas sehr an der Oberfläche, was aber sicherlich auch darin begründet liegt, daß 3 Stunden einfach nicht genug sind, um alle Aspekte zu beleuchten.
Konkret gefehlt haben mir das Wikingerschiffmuseum Roskilde (Fangirl ^^), ein bißchen ausführlichere Informationen zu Osteuropa, insbesondere Nowgorod und Kiew und vor allem das Datum 1066 in Teil drei der Doku.
Hin und wieder ist Oliver in seiner Vorstellungskraft vielleicht auch etwas enthusiastisch und stellt Vermutungen an, die letztendlich durch die Funde nicht abschließend bewiesen (aber auch nicht widerlegt) werden können. Dennoch kann ich die Serie nur empfehlen.

Youtube-Links zur BBC Serie “Vikings” (Engl.)

Vikings – Part 1

Vikings – Part 2

Vikings  – Part 3

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