.Buchbesprechung:Mit.Pflanzen.färben.

Jentschura, Eva. Mit Pflanzen färben ganz natürlich. Verlag Freies Geistesleben: Stuttgart, 2010. (96 Seiten)

Um mein neues Färbehobby ein bißchen auszuweiten, habe ich mir vor ein paar Wochen ein Buch zum Thema Wolle und Seide färben bestellt. Nachdem ich das Rezept zum Färben mit Walnüssen ausprobiert habe, möchte ich das Buch hier kurz vorstellen.

Zur Autorin:
Eva Jentschura war lange Zeit an der Freien Waldorfschule Kassel angestellt und hat dort als Handarbeitslehrerin viele Jahre in Zusammenarbeit mit anderen Lehrerinnen die gesamte Wolle für den Unterricht mit Pflanzenfarben selbst gefärbt.

Zum Buch:
Die erste Auflage dieses Buches erschien 1990 unter dem Titel “Pflanzenfärben ohne Gift”. Es handelt sich hier um eine komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage aus dem Jahr 2010.

Inhalt:
Wie der Titel andeutet, geht es vor allem um das giftfreie Färben mit Pflanzen. Die verwendeten Fasern sind Wolle und Seide. Das Mittel der Wahl zur Beize ist Alaun.
Einzige Ausnahme bildet das Rezept zum Färben mit Indigo, für das entsprechende giftige Substanzen eingesetzt werden. Ein Färberezept mit Urin gibt es leider nicht.

Das Buch gliedert sich recht übersichtlich in die Hauptkapitel:

  1. Einleitung
  2. Geschichte des Färbens
  3. Der Prozess des Färbens
  4. Farbliste
  5. Färberezepte
  6. Färben mit Kindern
  7. Puppenhaare färben
  8. Das Färben von Seide

Besonders gut gefallen hat mir, daß zunächst der allgemeine Ablauf des Färbens in Kapitel 3 erklärt wird inklusive Grundlagen wie der Vorbereitung und den nötigen Materialien bis hin zum Beizvorgang und dem Färbevorgang an sich sowie dem Entwickeln von Farben (z.B. Gelb zu Grün).
Die Farbliste gibt im Anschluß einen Überblick darüber, mit welchen Pflanzen sich welche Farben erzielen lassen.
Dann folgen die eigentlichen Rezepte. Dabei sind die Kapitel nach den benötigten Pflanzenteilen sortiert, was mir sehr gut gefallen hat.

– Färben mit Blüten
– Färben mit ganzen Pflanzen
– Färben mit Wurzeln
– Färben mit Holz
– Färben mit Rinden
– Färben mit Blättern
– Färben mit anderen Pflanzenteilen (z.B. Flechten)

Im Anschluß gibt es außerdem wertvolle Hinweise zum Überfärben und wie man mit dieser Technik zusätzliche Farben erzielen kann.
Dem Färben mit Indigo ist dann ein eigenes detailliertes Kapitel gewidmet.

Insgesamt finde ich das Buch und die Rezepte darin sehr gut und auch leicht verständlich. Die Anleitungen sind detailliert und für Anfänger daher prima geeignet. Es gibt viele hilfreiche Bilder der Pflanzen und auch von gefärbter Wolle, die das Färbematerialsammeln erleichtern und eine gute Vorstellung des ungefähr zu erwartenden Ergebnisses vermitteln.
Im hinteren Teil des Buches sind außerdem zwei Bezugsquellen für Färbedrogen angegeben. Eine davon habe ich durch Zufall selbst schon einmal probiert, und die Qualität des Krapps war wirklich sehr gut.

Auf die Kapitel 6. und 8. hätte ich allerdings auch verzichten können. Dafür hätte ich mir mehr zum Thema Seide färben gewünscht. Eine einzige Seite mit kurzen Hinweisen zur Abänderung und Anpassng der Rezepte finde ich doch etwas dürftig.
Außerdem merkt man einigen der hinteren Kapitel und auch der Einleitung deutlich den Einfluß der Waldorfpädagogik an. Mein Fall ist es nicht, es hat mich aber auch nicht übermäßig gestört. In der Hauptsache haben mich die Rezepte intersseiert, denen man die große Erfahrung der Autorin anmerkt.

Advertisements
This entry was posted in bOoKs, hAndArBeiT. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s