.Stabkirchen.in.Norwegen.

Aus der Verbindung von althergebrachten heidnischen Symbolen und abgeschlossener Christianisierung entstand in Skandinavien im 11.-13. Jahrundert eine einzigartige Holzkirchenarchtitektur: die Stabkirche oder auch Stavkirke.
Die Bauweise der Stabkirchen zeichnet sich dadurch aus, daß im Gegensatz zum Blockbau die Bretter nicht waagerecht liegen, sondern senkrecht stehen. In den Stabkirchen verbindet sich christliche Motivik mit der heidnischen Holzschnitzkunst der Wikinger in unvergleichlicher Weise. Die Ästhetik der Kirchen erinnert außerdem an die Schiffe und Langhäuser der Wikingerzeit. Wie die Schiffe, werden auch die Kirchen mit Birkenpech gestrichen, um Fäulnis zu verhindern.
Heute sind die besterhaltensten Stabkirchen in Norwegen zu finden, ca. 28 der 33 Kirchen gelten als authentisch. Darunter ist auch die vermulich älteste Stabkirche der Welt, die Stavkirke von Urnes, die etwa 1100  errichet wurde. Sie steht seit 1979 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes.
Die größte Stabkirche steht in Heddal in der Provinz Telemark. Sie ist etwa 26 Meter hoch und 20 Meter lang.
Eine beeindruckende Sammlung von Kirchenportalen mit kunstvollen Schnitzereien ist im Historischen Museum in Oslo ausgestellt.

Leider war es mir nicht möglich nach Urnes zu fahren, dafür habe ich aber zwei der anderern Stabkirchen Norwegens dieses Jahr besucht.

Stabkirche von Gol

Die Stabkirche von Gol wurde dendrochronologisch etwa auf Beginn des 13. Jahrhunderts datiert. Ursprünglich stand sie in Gol und wurde, als man eine neue Kirche an ihrer statt bauen wollte, 1881 verkauft und 1884 nach Oslo transportiert. Dort wurde sie wieder aufgebaut und nach Vorbild anderer Stabkirchen soweit wie möglich in den Ursprungszustand zurückgebaut. Heute steht Sie im Norsk Folkmuseum und kann dort besichtigt werden.

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Stabkirche von Gol im Norsk Folkmuseum, Oslo

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Dachkonstruktion – Sechsstufige Konstruktion nach Vorbild der Kirche in Borgund

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Laubenengang (Svalgang) der um das Innere der Kirche herumführt. Dieser Teil der Kirche war 1881 nicht mehr im Original vorhanden und wurde daher 1884 beim Wiederaufbau rekonstruiert.

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Holzschnitzereien nach wikingerzeitlichen Vorbildern im Detail (Greiftiermotivik)

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Altar und Chor, Bemalungen von 1662

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Dachkonstruktion von innen, Andreaskreuze

Stabkirche von Heddal

Die Stabkirche von Heddal ist die größte der noch erhaltenen Stabkirchen. Sie wird auf 1240 datiert und trägt eine Runeninschrift, die vermuten läßt, daß die Kirche 1242 geweiht wurde. In schriftlichen Quellen wird sie allerdings erst ab dem 14. Jahrhundert erwähnt. Um 1850 wurde die Stabkirche restauriert und bei Umbauten stark verändert. Es wurden der Kirche unter anderem Fenster hinzugefügt, für Stabkirchen völlig untypisch. Diese Umbauten stießen auf heftige Kritik. Rund hundert Jahre später wurde die Kirche an Hand alter Zeichnungen soweit möglich zurückgebaut und restauriert.
Einige der 1850 eingefügten Änderungen können im Museumsraum des kleinen Cafes neben der Kirche nachvollzogen und Originalteile besichtigt werden.
In der Stabkirche von Heddal finden auch heute noch Gottesdienste statt.

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Die Stabkirche von Heddal

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Dachkonstruktion

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Kirchenportal, Haupteingang

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Holzchnitzereien nach wikingerzeitlichem Vorbild

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Runeninschrift, die möglicherweise Rückschlüsse auf das Weihdatum der Kirche zuläßt. (25.10.1242)

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Altar und Chor

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Bischofsstuhl aus dem 12. Jahrhundert mit Motiven der Nibelungensage

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.Midgard.Historisk.Senter.Borre.Park.

In der Nähe von Oslo, genauer gesagt bei Borre, liegt das kleine, aber schön gestaltete Midgard Historisk Senter. Das Museum zeigt einige Stücke, die in den Grabhügeln von Borre gefunden wurden, eine kleine Ausstellung zu den Ausgrabungen bei Gulli (im Zuge des Baus/Erneuerung einer Autobahn) sowie die vor allem textbasierte Ausstellung “Vikings at War.”
Direkt neben dem Historisk Senter befindet sich der Borre Park, in dem die Granhügel zu sehen sind. Ein kleiner Fußweg führt durch die Hügel und ein Wäldchen direkt zum Meer. Der Park beinhaltet die größte Ansammlung an Grabhügeln aus der späteren Eisenzeit in der Region.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden einige der Hügel abgetragen, um den Kies zum Bau von Eisenbahnstrecken zu verwenden. Dabei kamen vermutlich erste Funde der Wikingerzeit zum Vorschein.

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Einige Fundstücke aus den Grabhügeln von Borre

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Silber- und Bronzebeschläge

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Gürtelschnallen und -zungen aus Bronze

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Steigbügel

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wikingerzeitliches Schwert

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Ausgrabungen in Gulli

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Beispielhaft werden in der kleinen Ausstellung 3 Begräbnisformen exemplarisch erklärt.

I. Erdbestattung ohne schützende Kammer. Es handelt sich um das Grab eines Mannes.

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Das Grab enthielt reiche Beigaben, unter anderem Beschläge von Zaumzeug…

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…und einen Topf aus norwegischem Speckstein.

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II. Bootsgrab. Es handet sich hier um ein Frauengrab.

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III. Kammergrab. Ebenfalls ein Frauengrab.

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Glasperlen aus dem Kammergrab:

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Schalenfibel

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Weitere Fundstücke aus Gulli

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Glasperlenkette

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Schalenfibel

Der Borre Park

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Grabhügel

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Die gärtnerische Pflege der Grabhügel übernehmen diese Damen hier:

SAM_0647Es handelt sich um eine sehr alte norwegische Schafsrasse names Gammel Norsk Spelsau.  Mädchen und Jungs haben Hörner.
(Ja, “sau” heißt auf Norwegisch offenbar “Schaf” ^^)

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Der Strand im Borre Park

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.Färben.mit.Rainfarn.

Letzte Woche war ich bei einer Freundin zu Besuch und auf einem längeren Spaziergang konnte ich am Wegesrand Rainfarn pflücken. Die Färbung mit Rainfarn wollte ich schon länger einmal ausprobieren.
Ich habe zum Färben Blätter und Blüten verwendet, allerdings war die Menge der Blätter im Verhältnis größer. Die groben braunen Stiele habe ich entfernt. Den Rainfarn habe ich über Nacht in einem Eimer Wasser einweichen lassen.
Leider war ich zu faul die Menge an Pflanzenmaterial vorher abzuwiegen, so daß ich hier kein genaues Rezept wiedergeben kann. Auf ca. 80g weiße Dochtwolle habe ich einen Arm voll Rainfarn verwendet.
Die Wolle wurde zunächst im Emailletopf mit 10% Alaun etwa 1 Stunde vorgebeizt. Dann abkühlen lassen und später vorsichtig auswringen.
Danach habe ich den Rainfarn im Wasser, in das er eingelegt war, 1 Stunde im Topf ausgekocht. Die Geruchsentwicklung ist wohl wegen der ätherischen Öle der Pflanze ganz enorm. Mir haben die Augen getränt davon, deshalb bitte gut lüften nicht vergessen. ;)
Ich habe die Pflanzenteile komplett ausgesiebt und die Wolle nur im Sud etwa 2 Stunden leicht köcheln lassen.Dann habe ich alles auskühlen lassen und die Wolle vorsichtig unter fließendem Wasser ausgespült.
Die trockene Wolle wurde dann zum Knäuel gewickelt. Das Endergebnis ist ein fast neonartiges Gelb-Grün geworden. Das Bild wird dem Original leider farblich nicht ganz gerecht.

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.Viking.Ship.Museum.Oslo.

In diesem Jahr war ich in Oslo im Urlaub und habe einige Fotos mitgebracht. Unter anderm sind natürlich auch Fotos vom Wikingerschiffmuseum auf Bygdøy dabei, der Oslo vorgelagerten Museumshalbinsel.

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Im Viking Ship Museum sind die 3 großen norwegischen Wikingerschifffunde zu sehen, das Osebergschiff, das Gokstad- und das Tuneschiff. Dazu gibt es die auf dem Oseberg- und Gokstadschiff gefundenen Grabbeigaben wie Wagen, Schlitten, Gebrauchsgegenstände etc. zu sehen. Alle Gräber wurden weit vor der archäologischen Ausgrabung geplündert, dabei sind jedoch vermutlich vor allem Waffen und Wertgegenstände verschwunden.
Seit 2008 sind im Schiffsmuseum auch die Skelettfunde der Osebergfrauen und des Gokstadmannes zu sehen. Die Leichen wurden vor bzw. nach dem 1. WK wieder bestattet, aber 2007 exhumiert, aus Angst, Wasser könnte die sterblichen Überreste für immer zerstören.

Osebergschiff

Das Osebergschiff wurde 1904 in der Nähe von Tønsberg und wird auf etwa 820 datiert, die auf dem Schiff gefundene Grabkammer, in der zwei Frauen bestattet waren, auf 834.
Es handelt sich hier um einen besonders gut erhaltenen, reich verzierten Fund mit vielen Grabbeigaben, vermutlich wurde im Osebergschiff eine/zwei (?) Fürstinnen/Königinnen begraben.
Das Schiff selbst mißt etwa 22m in der Länge und 5m an der breitesten Stelle. Es hat an jeder Seite 15 Ruderlöcher.  Die Seitenwände sind relativ niedrig gehalten (im Vergleich zum Gokstadschiff).
Man geht davon aus, daß das Schiff in Gebrauch war und nicht extra für die Bestattung gebaut wurde. Vermutlich war das Osebergschiff schon relativ alt, als es als Grabstätte genutzt wurde.
Ca. 90% der Originalholzteile sind noch erhalten.

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Der Bug des Osebergschiffs ist mit reichen Schnitzereien verziert (ebenso wie das Achterschiff).

03Das Ruder des Osebergschiffes wurde für die Bestattung der Fürstinnen erneuert und ist daher jünger als der Rest des Schiffes.

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Rekonstruktion der Holzschnitzerei am Osebergschiff

Die im Osebergschiff begrabenen Frauen werden in der älteren Literatur z.T. als Fürstin und ihre bedeutend jüngere Magd (Sklavin?) gedeutet. Im Jahr 2007 wurden die Skelette jedoch exhumiert, erneut untersucht und ins Schiffsmuseum überführt.
Diese Untersuchungen zeigen ein anderes Bild. Die ältere der beiden Frauen war ca. um die 80 Jahre alt, die jüngere um die 50. Damit sind beide Skelette wesentlich älter als zunächst gedacht. Es ließen sich an beiden Funden verschiedene Verletzungen, Krankheiten etc. ausmachen. Welche der beiden Frauen die ggf. höhergestellte war, läßt sich an hand der Funde nicht eindeutig sagen. Hier der Austellungstext:

13Informationen zur Exhumierung und Untersuchung der Skelette gibt es hier online zu sehen: Levd Liv


Tuneschiff

Das Tuneschiff ist das am schlechtesten erhaltene der 3 Schiffe. Gefunden wurde es bereits 1867 und ist auf ca. 850-900 datiert. Es diente ebenfalls als Grabstätte, wurde aber vermutlich noch gründlicher als die beiden anderen Schife von Grabräubern geplündert.
Das Schiff war ca. 22m lang und hatte eine Breite von ca. 4,35 Metern.

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Gokstadschiff

Das Gokstadschiff wurde 1880 in Sandefjord gefunden und wird auf Ende des 9. Jahrunderts datiert, ähnlich wie das Tuneschiff. Im Vergleich zum Osebergschiff sind die Seiten höher gezogen, was bisher zu der Vermutung führte, daß das Gokstadschiff hochseetüchtiger sei.
Es hat eine Länge von ca. 24 m und ist etwa 5m breit. An jeder Seite sind 16 Ruderlöcher angebracht und das Schiff wurde je 64 überlappenden Schilden (32 je Seite) ausgestattet. Diese sind abwechselnd gelb scharz gewesen und waren an der obersten Seitenplanke befestigt.
Auf dem Schiff befand sich, ähnlich wie beim Osebergschiff, eine zeltförmige Grabkammer. In dieser war ein Mann bestattet. Zusätzliche Grabbeigaben umfassen unter anderem 3 kleinere Boote von denen 2 rekonstruiert im Schiffsmuseum ausgestellt sind.

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Grabkammer aus dem Gokstadschiff

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Rekonstruktionen der  kleineren Boote

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Holzschnitzerei auf einer Dolle des Gokstadschiffs

Im Gokstadschiff lag eine männliche Leiche begraben. Auch diese wurde erneut untersucht. Dabei kamen die Wissenschaftler ebenfalls zu anderen Ergebnissen als bei der Erstuntersuchung, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach der Ausgrabung erfolgte. Obwohl der Gokstadmann eine Knieverletzung hatte, war er wohl kaum nahezu bewegungsunfähig. Die Größe der Knochen läßt außerdem entgegen bisheriger Aussagen auf einen für damalige Verhältnisse überdurchschnittlich großen Mann schließen.

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Die Grabfunde des Osebergschiffs

Die Grabbeigaben des Osebergschiffs sind besonders gut erhalten und sehr umfangreich. Sie zeugen vom Reichtum und Ansehen der beiden bestatteten Frauen, aber auch von der Kunstfertigkeit der Handwerker.

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Das Osebergschiff enthält Norwegens einzigen kompletten Wagenfund der Wikingerzeit. Andere Funde dieser Art sind vor allem aus Dänemark und Deutschland bekannt und auch dort stammen sie aus Frauengräbern.
Da die Vorderachse des Wagens mit dem Chassis fest verbunden war, dürfte es schwierig gewesen sein, mit dem Wagen Kurven zu fahren. Es wird daher angenommen, daß der Wagen eher zeremoniellen Charakter hatte und weniger als allgemeines Transportmittel gedacht war.

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Der Osebergwagen ist rundum mit reichen Schnitzereien versehen.

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Im Osebergschiff wurden außerdem vier reich verzierte Holzschlitten gefunden. Zwei der Schlitten haben interessanterweise unter den ornamentierten Kufen zusätzliche Gebrauchskufen, um die Schnitzereien zu schützen.

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Die meisten Funde im Osebergschiff sind auch aus heutiger Sicht in ihrer Funktion noch recht einfach zu bestimmen. Zu den unbestimmten Gegenständen gehören jedoch die fünf sogenannten “animal head posts”. Die Funktion der aus Holz geschnitzten Tierköpfe ist unklar. Untersuchungen legen nahe, daß die  Schitzereien aus unterschiedlichen Epochen und von unterschiedlichen Künstlern stammen, da man verschiedene Stile ausmachen kann.

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Der Tierkopf, geschnitzt vom Künstler, den Hakon Shetelig als “Academician” bezeichnet.

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Baroque Master (Shetelig)

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Täglicher Gebrauch

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Zu den Grabbeigaben des täglichen Gebrauchs zählt unter anderem auch Kochgeschirr.

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Es wurden vielfältige Gegenstände gefunden, die der Textilverarbeitung zuzuordenen sind.

oben: Haspel, Spinnwirtel, Spindeln
unten: Brettchen zum Weben, ein Glättglas (links unten), Fadenreste, Webschiffchen (?), Schalen, Webkamm (? ganz rechts)

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Textilfunde

Im Vergleich zu vielen anderen Fundstellen wikingerzeitlicher Überreste, sind die Textilien im Osebergschiff sehr gut erhalten. Bei den Textilresten handelt es sich in erster Linie um Seide und Wolle, da sich Leinen besonders schlecht erhält.
Die Stoffe waren zum großen Teil bunt gefärbt, die Farben sind allerdings, bis auf Rot, so gut wie verschunden.

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Brettchenborte aus Seide und Brettchen

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Textilfragmente

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Zu den besonderen Funden gehört die Tapisserie mit diversen erhaltenen Bildfragmenten. Die einzelnen Teile bestehen aus Wolle. Es kann vermutet werden, daß es sich um Brokadweberei handelt, deren Leinenanteil sich nicht erhalten hat. (Siehe: Anne Stine Ingstad: The Textiles of the Oseberg Ship.)

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Schuhfunde

Im Osebergschiff wurden gut erhaltene Fragmente von zwei Paar Schuhen (Wendeschuhe) aus Kalbsleder gefunden.

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Die Holzfunde aus den Schiffsgräbern wurden Anfang des 20. Jahrhunderts mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln konserviert. Bei neuen Untersuchungen stellte sich heraus, daß das Holz der Wagen, Schlitten usw. zwar von außen gut aussieht, die Konservierung jedoch das Innere des Holzes strukturell stark beschädigt und brüchig gemacht hat. Das zur Konservierung verwendete Alaun hat die Zellulosefasern mit der Zeit fast vollständig aufgelöst. Einige Stücke werden buchstäblich nur noch von der äußeren Lackschicht erhalten. Man forscht deshalb in Oslo und anderswo dringend an einer Methode, die Überreste mittels neuer oder bereits vorhandener moderner Konservierungstechniken, wie sie z.B. in Roskilde entwickelt  wurden, zu retten. (Das heute gängige Verfahren habe ich in einem früheren Post zum Museum kurz umschrieben.)
Man hat jedoch keine Erfahrung wie sich diese Methoden auf das brüchige Holz langfristig auswirken würden.
Sollte man keine Konservierungsmöglichkeiten finden, könnten die Funde für immer verloren sein.

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Quellen:

– Sjovold, Thorleif. Die Wikingerschiffe in Oslo. Universität Oldsaksamling, 1979.

– Christensen, Arne Emil. Guide to the Viking Ship Museum. Universität Oldsaksamling, 1987.

– Bill, Jan, Runhild Gammelsæter, Terje Gansum et. al. levd liv. En utstilling om skjelettene fra Oseberg og Gokstad. Transl. Terje Florberg. Kulturhistorisk Museum – Universitetet i Oslo, 2008. (Austellungsplakate als pdf)

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.historiska.museet.stockholm.teil2.

Da ich noch ein paar Tage Urlaub habe, gibt es nun noch Teil 2 der brauchbaren Fotos aus dem Historischen Museum Stockholm aus dem Jahr 2011. Netterweise nachbearbeitet von einer lieben Freundin.

Bling, bling! Für die Wikingerdame.

IMG_1162_tunby_p52Wir beginnen mit zwei Ovalfibeln, klassifiziert als Modell P52, aus Tunby, Västerås.

IMG_1163_öland_kastlösa_p51

Zwei Ovalfibeln, P51, eine Kleeblattfibel und Bronzeketten aus Kastlösa, Öland.

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Diverse Ovalfibeln von hinten mit Verschluß zu sehen. (Öland)

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Links: Ovalfibel, Birka P37
Rechts: Ovalfibel, Birka P27
Mitte: Dosenfibel, Dahlhem, Gotland

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Ovalfibel , Adelsö, Birka P50 und einige Glasperlen

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Fibel und Spangen, Glasperlen aus Halla, Gotland (Broa)

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Spangen und Glasperlenkette mit Kettenverteiler aus Grötlingbo, Gotland (Norrkvie)

IMG_1167norrkvie_glas, silver, berkristall, ametist, bärnsten

Perlenkette: Glas, Bernstein, Bergkristall, Amethyst und Silberperlen. Grötlingbo, Gotland (Norrkvie)

IMG_1164ölandGårdby_okännt

Glasperlenkette und Bronzeanhänger, Gårdby, Öland.

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.BBC.Vikings.with.Neil.Oliver.

2012 hat die BBC eine 3-teilige Dokumentation zum Thema Wikinger produziert, die ich mir nun endlich mal angesehen habe. Jede Folge dauert knapp 1 Stunde und wird vom schottischen Archäologen Neil Oliver präsentiert, der auch Autor der Serie ist.
Die Doku startet in Teil eins mit der Frage, wer die Wikinger eigentlich waren, wer ihre Vorfahren waren und woher sie kamen.
In Teil 2 geht es dann um Wikinger als Händler und Seefahrer in Osteuropa und dem Nahen Osten sowie um die Anfänge der Raubzüge in Westeuropa.
Die Serie schließt in Teil drei mit der Entdeckung und Besiedelung Islands und Grönlands sowie der Eroberung Englands und der Christianisierung Skandinaviens.

Insgesamt hat mir die Doku sehr gut gefallen. Oliver reist an Originalschauplätze Skandinaviens, West-und Osteuropas und zeichnet, soweit dies in 3 Stunden überhaupt möglich ist, ein umfassendes, vielschichtiges Bild der Wikingerzeit, das die Wikinger als Händler, Krieger, Seefahrer, Eroberer und Entdecker zeigt.
Besonders gut gefallen hat mir in Teil eins die ausführliche Behandlung der Frage nach dem “Ursprung” der Wikinger. Es wird sehr schön deutlich wie Skandinavien auch durch den Stopp der römischen Expansion durch die Germanen einen spezifischen kulturellen Unterschied zum westlichen Europa ausbilden konnte und welchen Einfluß die “verzögerte” Christianisierung spielen könnte.
Mein Favorit ist allerdings eine Szene aus Teil 2 (32:21), in der Oliver und die irische Archäologin Lindsay Simpson ein Skelett der ersten Wikingersiedler Dublins ansehen. Simpson zeigt unter anderem, wie sich am Skelett des Toten durch entsprechende Knochenabnutzung ausmachen läßt, daß dieser vermutlich zu Lebzeiten entweder Schwertkämpfer war oder – vllt. noch wahrscheinlicher – extrem viel rudern mußte.
Wer außerdem als Bonus gern schottischen Akzent hört, sollte sich die Sendung unbedingt im englischen Original ansehen. (Entsprechende Links am Ende des Eintrages.)

Ab und zu bleibt die Serie vielleicht etwas sehr an der Oberfläche, was aber sicherlich auch darin begründet liegt, daß 3 Stunden einfach nicht genug sind, um alle Aspekte zu beleuchten.
Konkret gefehlt haben mir das Wikingerschiffmuseum Roskilde (Fangirl ^^), ein bißchen ausführlichere Informationen zu Osteuropa, insbesondere Nowgorod und Kiew und vor allem das Datum 1066 in Teil drei der Doku.
Hin und wieder ist Oliver in seiner Vorstellungskraft vielleicht auch etwas enthusiastisch und stellt Vermutungen an, die letztendlich durch die Funde nicht abschließend bewiesen (aber auch nicht widerlegt) werden können. Dennoch kann ich die Serie nur empfehlen.

Youtube-Links zur BBC Serie “Vikings” (Engl.)

Vikings – Part 1

Vikings – Part 2

Vikings  – Part 3

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.wolle.wolle.wolle.

In den letzten paar Wochen habe ich verschiedene tolle Geschenke vom hiesigen Zoo in Sachen Wolle bekommen, die ich nach und nach verarbeitet habe.
Zum einen hat man mir ein (halbes?) Vlies Schafswolle der rauhwolligen Pommerschen aus dem letzten Jahr überlassen. Das war in einem entsprechend schlechten Zustand und schon ziemlich verfilzt. Es ließ es aber nach gründlichem Sortieren, Waschen und Kardieren doch noch was draus machen. Ich muß ja vor allem auch das Verspinnen der Wolle mit der Handspindel üben, da kommt es nicht so sehr drauf an wie toll die Wolle ist. Und das Knäuel geht zu Anschauungszwecken zurück an den Zoo. :)
Besonders hilfreich war es, daß mir eine Freundin ihre Handkarden ausgeliehen hat, die wirklich super funktioniert haben. Allerdings habe ich jetzt neben dem Arbeitsplatz auch immer eine Packung Pflaster liegen. ;)

Hier die Ergebnisse:

Photo 2(1)
Photo 1

Dann habe ich noch ein etwas anderes Vlies aus dem Zoo bekommen, Lamawolle. Da ich noch nie Lamawolle verarbeitet hatte und auch sonst ein Anfänger bin auf diesem Gebiet, habe ich mich zunächst ein bißchen im Internet schlau gemacht.
Die Lamawolle enthält viel weniger Fett, was man beim Anfassen auch sofort merkt. Ich habe Sie daher nur lauwarm mit einem winzigen Tröpchen Spüli gewaschen. Das hat auch gut funktioniert. Im Vergleich zum Schaf läßt sich die Wolle bisher auch viel leichter kardieren. Man sollte allerdings versuchen, beim Kardieren die ganz groben Deckhaare zu entfernen. Die lassen sich nämlich schlecht mitverspinnen. Bisher teste ich noch.
Photo 2Momentan habe ich das Gefühl, daß sich diese Wolle leichter gleichmäßig verspinnen läßt. Allerdings “reißt” mir beim Spinnen auch eher mal die Wolle und ich muß neu ansetzen. Sobald ich ein vorzeigbares Ergebnis habe, gibt es Fotos hier.

Tjaha… und dann sind die Pommerschen im Zoo vor einem Monat frisch geschoren worden und ich habe hier einen riesigen grauen Müllsack voller frischer Vliese stehen. Leider ist ob der Hitze heute nicht wirklich an Verarbeitung zu denken. Vielleicht heute kann ich heute Abend ein bißchen sortieren. Ergebnisse und Berichte gibt es dann bald hier im Blog.

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